23.10.2017
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Pfarrer i. R., Geistlicher Rat Aloys Maas verstorben 

Pfarrgemeinde Boke trauert um ehemaligen beliebten Pfarrer

Im Alter von 93 Jahren ist Pfarrer i. R., Geistlicher Rat Aloys Maas am Freitag, 10. Mai 2013 verstorben.

Pfarrer i. R. Aloys Maas wurde am 5. März 1920 in Prümzurlay (Kreis Bitburg, Bezirk Trier) geboren.
Er legte 1939 sein Abitur ab und kam im selben Jahr zum Reichsarbeitsdienst.

Pfarrer i. .R., Geistlicher Rat Aloys Maas +
Pfarrer i. .R., Geistlicher Rat Aloys Maas +

1940 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und machte eine Luftnachrichtenausbildung in Trier.

1941 bis 1944 wurde er im Rußlandfeldzug im Mittel- und Nordabschnitt eingesetzt.
Im Oktober 1944 war er mit der Volksgrenadierdivision an der Westfront und geriet Ende November 1944 in amerikanische Gefangenschaft in Marseille.
1945 und 1946 verbrachte er in französischer Gefangenschaft im Theologenlager in Chartres, das genau in dieser Zeit vom Nuntius Roncalli - dem späteren Papst Johannes XXIII. - besucht wurde.
Pfarrer i. R. Aloys Maas wurde 1946 aus der Gefangenschaft entlassen und begann 1947 mit dem Studium.

Am 21. Dezember 1952 wurde er im Dom zu Trier zum Priester geweiht.
Von 1953 – 1956 war er als Priester an der Missionsschule St. Josef in Biesdorf (Eifel) tätig.
Weitere Wirkungsstätten waren die Gemeinden Heilige Familie in Wanne-Eickel und St. Franziskus in Witten.
Im Februar 1965 wurde er zum Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Landolinus Boke, bestehend aus den Gemeinden Anreppen, Bentfeld und Boke, ernannt.
Hier wirkte er bis zu seiner Pensionierung im April 2002 als Priester.
Auch nach dem Erreichen der offiziellen Altersgrenze von 70 Jahren führte er seinen Dienst in der Pfarrgemeinde weiter.
Für ihn war es auch keine Frage, seine seelsorgerische Tätigkeit solange auszuführen, wie es seine Gesundheit zuließ.
In Anerkennung für seinen geistlichen Dienst wurde Pfarrer i. R. Aloys Maas mit dem Ehrentitel Geistlicher Rat ausgezeichnet.
Seinen wohlverdienten Ruhestand nach 37-jähriger Tätigkeit in der Pfarrgemeinde St. Landolinus Boke verlebte er seit 2002 in Geseke.
Auch hier war er noch einige Jahre seelsorgerisch im Seniorenheim Haus Maria tätig.

Pfarrer i. R. Aloys Maas prägte im Laufe seiner Amtstätigkeit die Pfarrgemeinde positiv. Viele seiner Gemeindemitglieder hat er - bereits beginnend mit der Taufe - durch die Erstkommunion, Firmung und Eheschließung auf ihrem Glaubens- und Lebensweg gestärkt und gefestigt.

Seine volle Kraft hat er immer zum Wohle der Pfarrgemeinde eingesetzt.
Dabei war er sich nie zu schade, auch selbst Hand anzulegen.
In seiner Amtsperiode wurden an allen drei Kirchen der Pfarrgemeinde Renovierungsarbeiten durchgeführt.
In Anreppen gebührt dem Bau des Turms der Kirche St. Josef mit der Aloysius-Glocke besondere Bedeutung.
Zuvor hatte Pfarrer Maas dafür gesorgt, dass eine Tonaufnahme der Boker Glocken die Gläubigen in Anreppen über Lautsprecher vom Dach der Kirche zum Gebet rief.
In Bentfeld wurde das alte Schulgebäude erworben und zum Pfarrheim umgebaut.
In Boke wurden insbesondere ein neues Pfarrheim errichtet, das Pfarrhaus durch eine Außenrenovierung verschönert und die Kirchenorgel restauriert.

Bemerkenswert ist das Bemühen von Pfarrer i. R. Aloys Maas um die Nachfolge in der Seelsorge. Während seiner Amtszeit gingen mehrere Priester und Ordensleute aus seiner Pfarrei hervor.

Pfarrer i. R, Aloys Maas bei der Verabschiedung im Jahr 2002
Pfarrer i. R. Aloys Maas bei der Verabschiedung im Jahr 2002.

In vielen Vereinen war er als Präses im Vorstand tätig und stand dort mit geistlichem Rat zur Seite.
Besonders zu erwähnen sind hier die Schützenbruderschaften St. Josef Anreppen, St. Sebastian Bentfeld und St. Landolinus Boke, denen er als Präses vorstand.
Mit dem Ausscheiden aus seinem Amt wurde er von den drei Bruderschaften zum Ehrenpräses ernannt.
Im Jahr 2002 wurde er vom Diözesanverband Paderborn im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften für sein Engagement in den drei Lippedörfern Anreppen. Bentfeld und Boke mit der Diözesan -Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch sein Hobby, die Fotografie.
Viele Ereignisse in den Lippedörfern hat er im Bild festgehalten, wobei die Qualität seiner Aufnahmen der eines Berufsfotografen entsprach. (Anmerkung: Auch auf dieser Website finden sich einige Fotos von ihm)

Der Seelsorger hielt stets die Türen der Kirche und des Pfarrhauses für Rat- und Hilfesuchende offen und begleitete seine Gemeinde mit seinem Zuspruch und durch sein aktives Zuhören.
Pfarrer i. R. Aloys Maas hörte nicht auf zu betonen, dass er sein Wirken nicht als Verdienst sondern als Gnade begriff.
So verstand er christliches Engagement zum Wohl der Gemeinde.
In seiner ehemaligen Pfarrgemeinde war er für seine Fröhlichkeit bekannt, immer mit einem Lied auf den Lippen und immer offen für ein persönliches Gespräch.

Alle die Pfarrer i. R. Aloys Maas kannten werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Benutzte Quelle:
Autorin: Katharina Rieksneuwöhner;
Beitrag auf http://www.boke.de im März 2002
Titel: Pfarrer Aloys Maas tritt nach 37-jährigem seelsorgerischen Wirken in der Pfarrgemeinde St. Landelinus Boke in den Ruhestand


12.05.2013   Text: Josef Schäfermeyer

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