17.12.2018
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Boker feiern deutsch-französische Freundschaft

Exkurs nach Paderborn - Zweiter Platz beim Sägewettbewerb - Gedenktafel zur Erinnerung
Gedenktafel zur Erinnerung - Luftgewehrschießen und Besuch bei den Bienen

Vor über 30 Jahren wurde die Idee des Partnerschaftsgedankens zwischen Boke und dem nordfranzösischen Quérénaing geboren; im Jahr 1990 wurde die Partnerschaft durch den Austausch von Partnerschaftsurkunden besiegelt.
Eine Delegation von 50 Personen aus dem Partnerdorf Quérénaing besuchte kürzlich das Lippedorf Boke.
Neben einer Stadtführung durch Paderborn und der Teilnahme am Oktoberfest der Kameradschaft ehemaliger Soldaten stand ein locker gestalteter Sonntagnachmittag mit verschiedenen Programmpunkten auf dem Programm.

Die Partnerschaftsfreunde aus Quérénaing und Boke auf den Stufen des Boker Pfarrheims

Die Partnerschaftsfreunde aus Quérénaing und Boke auf den Stufen des Boker Pfarrheims (Foto zum Vergrössern anklicken)

Die französische Besuchergruppe unter der Führung von Bürgermeister Didier Joveniaux traf am Samstagmittag in Boke ein.
Im Pfarrheim wurden die Gäste anschließend von Paul Bentler, dem Vorsitzenden des Heimatvereins Boke und Cordula Figgemeier vom Partnerschaftsarbeitskreis des Heimatvereins begrüßt. Auch Bürgermeister Werner Peitz hieß die Gäste im Namen der Stadt Delbrück willkommen.

Führung durch den Innenhof des Kreuzgangs des Doms.

Führung durch den Innenhof des Kreuzgangs des Doms.

Bei einem Sektempfang wurden die französischen Freunde mit den Gastfamilien bekannt gemacht. Hierbei war die Freude groß, die bei früheren Begegnungen kennengelernten Freunde wiederzusehen.

Nach einem Mittagessen in den Gastfamilien nahmen die Gäste und Gastfamilien an einer Stadtführung in Paderborn teil.
Hier lernten die Teilnehmer die mehr als 1200-jährige Geschichte der Stadt kennen.
Die Tour führte durch das Paderquellgebiet, mit der neuen Wasserkunst, zur Kaiserpfalz und zum Paderborner Dom. Hier konnte anschließend ein Blick in den Dom geworfen werden.
Natürlich wurde auch das Hasenfenster im Kreuzgang des Doms in Augenschein genommen. Ihren Abschluß fand die Führung mit dem Besuch der Fußgängerzone im Bereich des Rathauses.

Teilnehmer des Sägewettbewerbs

Heimatvereinsvorsitzender Paul Bentler (re.) und Quérénaings Bürgermeister Didier Joveniaux (2. v. re.) beobachten mit weiteren französischen Gästen den Sägewettbewerb.

Den Höhpunkt des Samstags bildete die Teilnahme der französischen Gäste und Gastfamilien am Oktoberfest der Kameradschaft ehemaliger Soldaten im Bürgerhaus.

Eine besondere Augenweide bot die Trachtenkleidung der französischen Gäste. Mit ihrem Ideenreichtum sorgten sie für eine interessante Interpretation von Lederhose und Dirndl.
Die Gäste beteiligten sich rege an den Nagelklötzen und so versenkten sie manchen Nagel im Holz.
Am tradtionellen Holzsägewettbewerb nahmen Quérénaings Bürgermeister Didier Joveniaux und Bokes Heimatvereinsvorsitzender Paul Bentler teil.
Bei dem Wettbewerb, bei dem eine Baumscheibe mit einem Gewicht von 222 Gramm von einem Baumstamm abgesägt werden muß, belegten sie den zweiten Platz.
Mitglieder des Hofstaats der Schützenbruderschaft belegten mit Michael Wilper und Martin Henkemeier den ersten Platz und mit Daniel Remmert und Christian Nettelnbreker den dritten Platz.

Quérénaings Bürgermeister Didier Joveniaux (li) und Paul Bentler (re.) vom Boker Heimatverein versuchen eine Scheibe mit einem Gewicht von 222 Gramm vom Baumstumpf abzusägen. Bernhard Kramer, der stellv. Vorsitzende der Kameradschaft, moderiert den Wettbewerb.

Gewinner Sägewettbewerb

Die Gewinner des Sägewettbewerbs; es galt eine Scheibe von 222 Gramm vom Stamm zu sägen:
(v. l. n. r. ) 2. Platz mit 242 Gramm - Paul Bentler und Didier Joveniaux (Partnerschaft Boke - Quérénaing),  1. Platz mit 213 Gramm - Michael Wilper und Martin Henkemeier (Hofstaat Schützenbruderschaft) erringen den Wanderpokal, 3. Platz mit 154 Gramm - Daniel Remmert und Christian Nettelnbreker (Hofstaat Schützenbruderschaft), Bernhard Kramer moderierte den Sägewettbewerb.

Auch bei der mit interessanten Preisen bestückten Tombola, gingen viele Gewinne an die französischen Gäste. Manch einer hatte seine Küchenausstattung mit Dosen- oder Flaschenöffner bereichert, auch konnte man den ein oder anderen bei der Anprobe der gewonnenen Fußwärmer beobachten.
Für die Tanzmusik sorgte die Kapelle „Salt and Pepper“, welche auch zum Mitschunkeln und zur Polonaise durch das Bürgerhaus einlud.

Der festlich geschmückte Altar zum Erntedankgottesdienst

Der festlich geschmückte Altar zum Erntedankgottesdienst.

Der Sonntag wurde mit einem Erntedankgottesdienst, zelebriert von Vikar Mike Lambrecht, in der St. Landelinus Pfarrkirche begonnen.
Die Partnerschaft zwischen Boke und Quérénaing beruht auf dem gemeinsamen Schutzpatron St. Landelinus, dessen Reliquien in der Boker Pfarrkirche seit dem Jahre 836 ruhen.

Anschließend wurden im Pfarrheim Grußworte zu dem Partnerschaftstreffen ausgetauscht. Hier begrüßte der Heimatvereinsvorsitzende Paul Bentler die Gäste.
Werner Peitz, Bürgermeister der Stadt Delbrück, eröffnete die Grußworte. In seiner Rede mahnte er die Teilnehmer sich für ein einiges Europa einzusetzten um so den Frieden zwischen den Völkern zu erhalten. Wir brauchen ein geeintes Europa, so daß es nie wieder Krieg gibt. Auch solle man nicht auf die Demagogen hören, welche Europa negativ darstellen um so ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Grußworte an die Gäste und Gastgeber

Die französischen Gäste und die deutschen Gastgeber haben an den Tischen im Pfarrheim Platz genommen und hören den Grußworten zu.

Quérénaings Bürgermeister Didier Joveniaux erinnerte in seiner Rede an die Anfänge der Partnerschaft vor 30 Jahren und bedankte sich bei den Gründervätern.
Zur Erinnerung an dieses Ereignis hatte er eine Tafel mit den Daten der Partnerschaft mitgebracht, welche er den Boker Partnerschaftsfreunden zum Geschenk machte.
In seiner Rede richtete er den Appell an die Teilnehmer, die Partnerschaft zu intensivieren und auch neue kommunikative Mittel zu nutzen. Er ist für einen regen Austausch in der Partnerschaft und so lud er die Boker zur Teilnahme an einer gemeinsamen Gedenkfeier in Quérénaing ein. Am 11. November wird dort der Opfer des 1. Weltkriegs gedacht, denn vor 100 Jahren wurde dieser Krieg beendet.
Auch in Quérénaing waren damals Opfer zu beklagen denn die Frontlinie verlief ca. 50 km vom Dorf entfernt.

Grußwort von Hervé Lainé, dem Koordinator der Partnerschaft auf französischer Seite

Hervé Lainé (re.) vom französischen Partnerschaftskomitee richtet ein Grußwort an die Teilnehmer.

Anschließend erinnerte Josef Schäfermeyer vom Partnerschaftsarbeitskreis, an die Anfänge der Partnerschaft. Ihm war es auch ein Anliegen sich bei den zahlreichen Gastfamilien, den Helferinnen und Helfern zu bedanken, welche jahrelang der Partnerschaft treu geblieben sind. Denn ohne sie wäre es nicht möglich gewesen dieses Partnerschaftstreffen durchzuführen.
Auch Hervé Lainè vom französischen Partnerschaftskomitee richtete ein Grußwort an die Teilnehmer.

Für eine besondere Überraschung sorgte ein Videogrußwort von Jean Mauviel. Vor 30 Jahren traf er auf seinem Kartoffelacker am Ortseingang von Quérénaing mit Bokes Altbürgermeister Bernhard Kößmeier und seinem Reisebegleiter Herman Schäfermeyer zusammen, deren heimatgeschichtliche Reise zu den Wirkungsstätten des Boker Pfarrpatrons St. Landolinus ins Dorf Quérénaing führte. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft, welche den Grundstein für die Partnerschaft legte.

Eine Tafel mit den Daten der Partnerschaft zum Geschenk

Die stellvertretenden Bürgermeister Alain Lefebvre (ab 2. v. li. n. re.) und Thierry Giadz, sowie Bürgermeister Didier Joveniaux aus Quérénaing machen den Boker Partnerschaftsfreunden eine Gedenktafel mit den Daten der Partnerschaft zum Geschenk. Über dieses außergewöhnliche Geschenk freuen sich Cordula Figgemeier (li.) vom Boker Partnerschaftsarbeitskreis, sowie der Bürgermeister der Stadt Delbrück Werner Peitz (3. v. re.), Josef Schäfermeyer (2. v. re.) vom Partnerschaftsarbeitskreis und Heimatvereinsvorsitzender Paul Bentler (re.).

Fleißige Helferinnen in der Küche des Pfarrheims

Fleißige Helferinnen in der Küche des Pfarrheims bewirten die Gäste mit dem Mittagessen.

Nach den Grußworten fand ein gemeinsames Mittagessen statt, an dem auch Besucher des Erntedankgottesdienstes teilnahmen.
Die Caritas Boke, unter der Leitung von Anna Bußemas und Monika Lütkewitte, hatten das Mittagessen für die zahlreichen Gäste zubereitet und übernahmen mit weiteren Helferinnen die Bewirtung der Gäste.

Nach dem Mittagessen fand ein locker gestalteter Nachmittag mit verschiedenen Programmpunkten statt.

So fanden sich interessierte Deutsche und Franzosen zum Boule-Spiel hinter dem Pfarrheim ein.

Auf dem Schießstand im Obergeschoss des Pfarrheims konnten die Gäste unter der Anleitung von Schießmeister Dieter Protte und seinem Stellvertreter Matthias Ottensmeier von der Schießsportabteilung der Schützenbruderschaft ihr Zielvermögen mit dem Luftgewehr testen. Das Luftgewehrschießen fand großen Anklang und so wagten zahlreiche Teilnehmer den Schuss auf die Scheibe.

Mit einem spontan angesetzten Fußballspiel wurde an die vergangene Fußball-Weltmeisterschaft angeknüpft.
Die Hoffnung diesmal gegen die Franzosen zu gewinnen blieb unerfüllt, denn die Partie endete schließlich unentschieden.

Besuch des Bienenstands

Die Besuchergruppe hat sich vor dem Bienenstand versammelt während Imker Georg Leutnant (hi. li.) Erläuterungen zu den Bienen und deren Produktion von Honig gibt.

Imker Georg Leutnant erläutert den Wabenbau.

Imker Georg Leutnant erläutert den Wabenbau.

Eine besondere Attraktion boten die Boker Gastgeber den französischen Gästen mit dem Besuch des Bienenstands des preisgekrönten Boker Imkers Georg Leutnant.
Hier konnten die Teilnehmer vom Imker viele Informationen über die Bienenzucht, die Herstellung von Honig und die notwendige Bestäubung von Obstbäumen durch die Bienen erfahren. Auf dem Bienenstand konnte auch ein Blick in einen Bienenstock geworfen werden.
Viele Fragen am Ende des Vortrags zeigten das rege Interesse.
Anschließend nutzten die Besucher die Gelegenheit die süßen Produkte der Bienen zu erwerben.

Am späten Nachmittag war dann nach Kaffee und Kuchen die Zeit zum Aufbruch gekommen.
Nach zwei ereignisreichen Tagen fiel es schwer sich zu verabschieden.
Ein Wiedersehen gibt es bei dem nächsten Partnerschaftstreffen.

Die Idee, neue kommunikative Mittel für die Partnerschaft einzusetzen, wurde bereits wenige Tage nach dem Besuch in die Tat umgesetzt. In Quérénaing wurde eine geschlossene Facebook-Gruppe gegründet der Mitglieder von Facebook beitreten können. Die eingestellten Beiträge können über einen Übersetzer im Netz direkt in die Landessprache übersetzt werden.
Die Facebook-Gruppe ist zu finden unter dem Begriff "Jumelage Quérénaing - Boke"


08.11.2018   Text: Josef Schäfermeyer Fotos: Günter Jürgensmeier, Reinhold Micolajczak, Hubert Schäfermeyer, Wolfgang Uhling Video: Josef Schäfermeyer

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