17.12.2018
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Boker gedenken in Quérénaing Ende des Ersten Weltkriegs

Erstmals legen Deutsche am Ehrenmal Kranz zum Gedenktag nieder – Große Geste der Freundschaft

Vor 100 Jahren, am 11. November 1918, wurde der 1. Weltkrieg beendet. Auch in dem Boker Partnerdorf Quérénaing war zuvor der Krieg in das Leben der Menschen eingebrochen.
Zum Gedenken an das Ende dieser Urkatastophe, welcher von den Franzosen auf Grund der hohen Verluste „Großer“ Krieg genannt wird, nahm eine kleine Delegation des Heimatvereins Boke und der Kameradschaft ehem. Soldaten Boke auf Einladung von Quérénaings Bürgermeister Didier Joveniaux an den Feierlichkeiten teil.

Teilnehmer der Gedenkfeier aus Quérénaing und Boke vor dem Ehrenmal

Einige Teilnehmer der Gedenkfeier aus Quérénaing und Boke vor dem Ehrenmal (v. li. n. re.):
Jaques Labbé (Präsident Kameradschaft), Josef Schäfermeyer (Arbeitskreis Partnerschaft Boke), Bürgermeister Didier Joveniaux (Bürgermeister), Christophe Dassonville (Stellv. Bürgermeister), Jean Claude Maitte (Kameradschaft), Alain Lefebvre (Stellv. Bürgermeister), Thierry Giadz (Stellv. Bürgermeister), Werner Berkmeier mit der Kameradschaftsfahne (Oberst der Boker Kameradschaft), weitere französische Fahnenabordnungen und Teilnehmer in historischen Uniformen. (WU)
(Zum Vergrößern anklicken)

Bei der Gedenkfeier wurde der Opfer der Kriege gedacht; hierbei wurden in Quérénaing mehrere Orte zum Gedenken aufgesucht.
An der Gedenkfeier nahmen neben dem Bürgermeister mit seinem Gemeinderat die Fahnenabordnungen des Dorfes und zahlreiche Dorfbewohner teil. Zu den Teilnehmern gehörte auch eine Gruppe mit historischen Uniformen. Die Musikkapelle aus Quérénaing sorgte für die musikalische Begleitung. Von den Delegationsteilnehmern reihte sich der Oberst der Boker Kameradschaft, Werner Berkemeier, als Fähnrich mit der Kameradschaftsfahne in die Fahnenabordnung ein.

Gedenken an der Gedächtniskapelle

Gedenken an der Gedächtniskapelle.
An dieser Stelle wurden am 25. August 1914 18 Dorfbewohner von deutschen Soldaten erschossen. (JS)

Orte des Gedenkens waren der Friedhof mit englischen Kriegsgräbern, eine Gedächtniskapelle an der Hauptstraße Rue Jean Monnet, eine Gedenktafel an der Rue de Maing und das Ehrenmahl auf dem Dorfplatz in der Nähe der Kirche. Die Gedächtniskapelle und die Gedenktafel kennzeichnen den Ort, an dem am 25. August 1914 nach einem Gefecht zwischen deutschen Soldaten und französischen Grenzbeamten 20 Dorfbewohner erschossen wurden; das Dorf wurde anschließend von den deutschen Soldaten angezündet.

Die Hauptgedächnisfeier fand am Ehrenmal statt.
Nach einer Gedenkminute für die Opfer von Krieg und Gewalt legten Bürgermeiser Didier Joveniaux und Jacques Labbé, der Präsident der Kameradschaft, Blumenbouqets vor dem Ehrenmal nieder.
Josef Schäfermeyer vom Boker Partnerschaftsarbeitskreis, welcher die Delegation anführte, legte zum Gedenken einen Kranz nieder.

Gemeinsame Kranzniederlegung am Ehrenmal mit Teilnehmern aus Quérénaing und Boke.  (WU)

Gedenkminute vor dem Ehrenmal

Gedenkminute vor dem Ehrenmal in Quérénaing:
Jaques Labbé (li.), der Präsident der Kameradschaft und Bürgermeister Didier Joveniaux (mi.) aus Quérénaing mit einem Blumenbouquet, Josef Schäfermeyer (re.) vom Boker Partnerschaftsarbeitskreis mit einem Gedenkkranz. Die Fahnenabordnungen präsentieren die Fahnen, so auch Oberst Werner Berkmeier (3. v.li.) von der Kameradschaft ehem. Soldaten Boke. (CD) (Zum Vergrößern anklicken)

Anschließend hielt der Präsident der Kameradschaft von Quéréraning, Jaques Labbé, eine Gedenkrede.
Im Anschluss richtete Josef Schäfermeyer das Wort an die Teilnehmer der Gedenkfeier. In seiner Rede machte er darauf aufmerksam, dass es für die Boker Delegation eine große Ehre ist, als Deutscher an der Gedenkfeier teilzunehmen, insbesondere, wenn die Erinnerung an die schreckliche Tragödie in Quérénaing ins Bewustsein rückt. Er mahnte, aus der gemeinsamen Geschichte zu lernen und den Frieden zu bewahren. Alle seien aufgefordert, einen Beitrag zum Frieden zu leisten. Auch der europäische Gedanke hat in den vergangenen Jahren den Frieden bewahrt. Für ein friedliches Miteinander heißt es aber auch Kompromisse zu finden.
Hervé Lainé vom französischen Partnerschaftskomitee übernahm die Übersetzung.
Quérénaings Bürgermeister Didier Joveniaux gedachte zuerst der bei Auslandseinsätzen Getöteten und trug danach eine zentrale Rede von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor.
In der Rede erinnerte er an die Greuel des Krieges und forderte zur Erhaltung des Friedens auf.
Zum Abschluß der Zeremonie wurde von der Musikkapelle die Marseillaise, die französische Nationalhymne, gespielt.
Ein besonderes Zeichen für den Frieden wurde mit dem Auflassen von Brieftauben gesetzt, welche die Beteiligten der Gedächtnisfeier und die Schulkinder aus ihren Händen in den Himmel steigen ließen.
Im Salle Multi Spectacle stießen anschließend alle bei einem Umtrunk auf den Frieden und die Freundschaft an.
Eine Ausstellung mit Gegenständen aus dem Privatbesitz und mit Infotafeln, von den Schülern des Dorfes erarbeitet, brachte den Besuchern die Zeit des ersten Weltkriegs näher.

Der Gedenkfeier vorausgegangen war ein Festabend in historischen Kostümen, bei dem ein Essen aus der Gulaschkanone wie vor 100 Jahren serviert wurde.

Für die Teilnehmer aus Boke war es eine besondere Geste der Freundschaft und Versöhnung, an der Gedenkfeier teilzunehmen. Es war das erste mal seit 100 Jahren, dass die Deutschen an diesem Gedenktag einen Kranz niederlegen.
Zeigt es doch das gute freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Partnerdörfern.


21.11.2018   Text: Josef Schäfermeyer  Fotos/Video: Christophe Dassonville (CD), Josef Schäfermeyer (JS), Wolfgang Uhling (WU)

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