27.06.2017
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Das Partnerdorf Quérénaing stellt sich vor

Geographische Einordnung

Ländliche Idylle in Quérénaing
Ländliche Idylle in Quérénaing – Blick auf den Ortskern

Quérénaing ist eine französische Gemeinde im Département Nord in der Region Nord-Pas-de-Calais und liegt ca 8 km südlich von der Stadt Valenciennes.
Durch die Nähe zu der Autobahn bei Valenciennes ist Quérénaing an die Zentren Europas angebunden.
Über die Autobahn erreicht man nach 200 km Paris, Brüssel liegt 100 km entfernt.
Die Entfernung nach Boke beträgt 460 km.

Geschichte
Das Dorf Quérénaing wird erstmals im Jahr 706 während der Herrschaft von Childebert III, König der Franken, erwähnt.
Der Ortsname ist vermutlich germanischen Ursprungs; er ändert sich im Laufe der Jahrhunderte von Kierinaing in Quérénaing.
Die Gemeinde Quérénaing kann eine wechselvolle Geschichte nachweisen:
1340 - Während des hundertjährigen Krieges wird bei der Belagerung von Valenciennes das Dorf Quérénaing von französischen Truppen gebrandschatzt.
1554 - Im Laufe des Machtkampfs zwischen dem römisch-deutschen Kaiser Karl V. und Heinrich II. von Frankreich wird die Kirche niedergebrannt und die Bevölkerung wird massakriert.
1678 - Quérénaing, in der Grafschaft Hennegau gelegen und bisher ein Teil der spanischen Niederlande fällt im Frieden von Nimwegen an Frankreich.
1793 - Im Juli des Jahres plündern österreichisch kaiserliche Truppen das Dorf. Sie brennen viele Häuser nieder und zerstören das Schloss.
1876 - Am 12. März des Jahres stürzt der Kirchturm während eines Unwetters in sich zusammen.
1914 - Im ersten Weltkrieg werden bei einem Gefecht zwischen deutschen Soldaten und französischen Grenzbeamten am 25. August 1914 21 Dorfbewohner erschossen und das Dorf wird angezündet.
1940 - Im zweiten Weltkrieg explodiert ein Munitionswagen am Dorfplatz und alle Fenster der Kirche werden zerstört.

Dorfentwicklung

Dorfplatz mit Ehrenmal und St. Landelin Kirche
Blick vom Dorfplatz mit den Linden auf das Ehrenmal und die St. Landelin Kirche

Im Ortskern bildet die St. Landelin Kirche den Mittelpunkt des Dorfplatzes.
An den mit Linden bewachsenen Teil des Dorfplatzes liegen das Bürgerhaus mit der Mediathek, das Rathaus und die Grundschule. Die Gemeinde Quérénaing hat bis in die siebziger Jahre ihre Struktur behalten.
Seitdem sind im Ortskern und auch außerhalb neue Häuser gebaut worden.
In den vergangenen Jahren wurden am westlichen Ortsrand zwei neue Baugebiete erschlossen, mit dem neue Einwohner nach Quérénaing geholt werden konnten.

In den vergangenen 25 Jahren ist die Bevölkerung in Quérénaing von ca. 800 Einwohner auf ca. 940 Einwohner gestiegen.

Neu erschlossenes Baugebiet
Neu erschlossenes Baugebiet am westlichen Dorfrand

Quérénaing ist ein ländliches Dorf, welches von Äckern und Weiden umgeben ist.
Das ehemals landwirtschaftlich geprägte Dorf hat heute nur noch 5 landwirtschaftliche Betriebe; im Jahr 1971 waren es noch 38.
Auf den Äckern werden vor allem Getreide und Zuckerrüben angebaut.
Viele Dorfbewohner haben ihren Arbeitsplatz in dem nahegelegenen Valenciennes.

Handel
Für die Versorgung der Bewohner gibt es Einzelhandelsgeschäfte mit Fleisch und Wurstwaren, mit Obst und Gemüse, mit Milchprodukten, mit regionalen Produkten, sowie eine Bäckerei und ein Cafe.
Weiterhin gibt es im Ort einen Logopäden, einen Physiotherapeuten, eine/n Krankenpfleger/in und eine Tierklinik.
Der weitere Bedarf der Einwohner wird in der Stadt Valenciennes gedeckt.

Uhr am Rathaus von Quérénaing
Die Uhr am Rathaus von Quérénaing

Politische Gemeinde
Die Gemeinde Quérénaing hat ein eigenes Rathaus, einen eigenen Gemeinderat und einen eigenen Etat.
Quérénaing ist an der städtischen Gemeinschaft „Valenciennes Metropole“ beteiligt, welche überkommunale Angelegenheiten der Gemeinde regelt.
Bürgermeister der Gemeinde Quérénaing ist Herr Didier Joveniaux.
Er löste im März 2014 Michel François ab, welcher seit mehr als 24 Jahren der Gemeinde vorstand und auch die Partnerschaft mit Boke begleitet hat.

Bildungseinrichtungen
Für die Ausbildung der Kinder steht die Grundschule "George Pamart" mit 3 Klassen zur Verfügung. Der Schulunterricht findet ganztägig statt und zu Mittag können die Schüler in der Schule essen.
An der Grundschule werden ca. 70 Schüler unterrichtet.
Die Leiterin der Schule ist Sandrine Fonntaine.

Für eine weitere Schulausbildung nutzen die Jugendlichen die Schulen im Einzugsbereich von Valenciennes.
Für ein Studium bietet sich die in der Nähe liegende Universität in Valenciennes an.

Bürgerhaus - “SALLE DES FÊTES MULTI-SPECTACLES”

Blick in das Bürgerhaus von Quérénaing
Blick in das Bürgerhaus von Quérénaing

Für festliche und kulturelle Angelegenheiten wurde im Jahr 1998 das neu errichtete Bürgerhaus eingeweiht, welches Platz für 200 Personen bietet. Ausgestattet ist das Bürgerhaus mit einer Bühne und für die Bewirtung der Gäste steht eine modern eingerichtete Küche zur Verfügung.
Neben dem Bürgerhaus befindet sich die Mediathek. Hier stehen 5000 Bücher für den Leser bereit; auch audiovisuelle Medien werden hier angeboten. Weiterhin ist ein Zugang in das Internet möglich.

Vereine
In Quérénaing gibt es ein reges Vereinsleben. In den Vereinen können die Mitglieder ihren verschiedenen Interessen nachgehen.
Es gibt einen Fußballverein, einen Musikverein, einen Seniorenclub, einen Gymnastikclub, eine Soldatenkameradschaft, einen Näh- und Patchwork Club, einen Elternverein, einen Jagdverein und einen Verein für Freizeit und Kultur.

Kirche St. Landelin - Kirchengemeinde

Kirche St. Landelin in Quérénaing
Die Kirche St. Landelin in Quérénaing

Das den Ort prägende Bauwerk ist die St. Landelin Kirche.
Die ersten Fundamente der Kirche gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück.
In 1236 baut Nicolas Roussiau, Ritter und Einwohner von Quérénaing, eine Kapelle, die der hl. Jungfrau gewidmet ist.
Im Jahr 1255 macht der Prälat von Crespin, Gilles von Tournai, von seinem Kollationsrecht (Vorschlagsrecht zu Besetzung eines geistlichen Amtes) Gebrauch und benennt die Kirche nach dem Gründer der Abtei von Crespin, St. Landelin.
Die heutige Kirche ist aus dem 15. Jahrhundert.
In den vergangen Jahrhunderten haben Naturkatastrophen und Kriege zu zahlreichen Reparaturen und zum Wiederaufbau der Kirche mit den jeweiligen Materialen ihrer Zeit geführt. Aus diesem Grund kann die Kirche nicht als historisches Monument klassifiziert werden.

Blick auf den Chorraum der Kirche St. Landelin
Nach der Restaurierung im Jahr 2005 erstrahlt der Innenraum der Kirche St. Landelin in neuem Glanz


Im Jahr 1995 wurde der Glockenturm restauriert und das Läutwerk wurde elektrifiziert.
Grundlegende Restaurierungsarbeiten wurden von Juni 2004 bis Dezember 2005 durchgeführt.
Bauliche Fehler in der Vergangenheit hatten zu einem Auseinanderbrechen des Kirchenschiffs geführt.
Es wurde ein neuer Ringanker zur Stabilisierung gelegt und das Dach wurde erneuert.
Der Innenraum der Kirche wurde einer Restaurierung unterzogen, wobei bisher verborgene architektonische Kleinode eine neue Bedeutung fanden.

Mit dem Gesetz von 1905 zur Trennung von Staat und Kirche ist die St. Landelin Kirche in den Besitz der Gemeinde Quérénaing übergegangen.
Die politische Gemeinde ist somit auch für die Unterhaltung des Kirchengebäudes verantwortlich.
Nachdem der letzte Pfarrer im Jahr 1998 verstorben ist wurde die Kirchgemeinde von den Nachbargemeinden betreut.
Seit 2002 ist Quérénaing der neu gegründeten Pfarrgemeinde St-Bernard-de-Fontenelle angeschlossen, welche sich bis nach Valenciennes erstreckt.

Quellen:
Brigitte Fabresse; L’église Saint Landelin des Quérénaing au fil du temps; Mairie de Quérénaing 2006

 

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