17.08.2017
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Das Benediktinerkloster

Die Gründung eines Benediktinerklosters in Boke durch Erpo Graf von Padberg und seine Frau Beatrix von Itter im Jahre 1101 ist urkundlich belegt.
Durch Erbfolge aus der Familie von Itter waren die Stifter zu umfangreichem Besitz in Boke gekommen.
Der Paderborner Bischof Heinrich Graf von Werl, mit dem Erpo Graf von Padberg weitläufig verwandt war, unterstützte die Klostergründung sehr, doch die Planungen und die Bauzeit sollten nur bis 1104 dauern.
Das Stifterehepaar war kinderlos geblieben. Nach dem Tod der Beatrix von Itter legten ihre Erben Einspruch ein, denn sie wollten den Nachlass nicht an das neue Kloster verlieren.
Der Konflikt wurde gelöst, indem man das Kloster in Boke aufgab und es nach Flechtdorf verlegte.
Die Mönche hatten in vier Jahren in Boke schon so viel Einfluß gewonnen, dass sie den größten Teil der Landolinusreliquien nach Flechtdorf mitnahmen, nur eine Armreliquie verblieb in Boke.

Für die Boker Geschichte ist die Gründungsurkunde des Klosters besonders interessant, denn in ihr erfolgt
die Erstnennung des Ortes:

Kloster Flechtdorf
Klosterkirche der ehemaligen Benediktinerabtei in Flechtdorf:
Heute setzt sich der "Förderverein Kloster Flechtdorf" für den Erhalt der Abtei aus dem 12. Jahrhundert ein.
“Erpo, Graf von Padberg. Wir wünschen allen Gläubigen kundzutun, daß wir zu Ehren unseres Herrn Jesu Christi und der Gottesmutter Maria über den ehrwürdigen Gebeinen des hl. Bekenners Landolinus, welche der Paderborner Bischof Badurad seligen Angedenkens aus der Diözese Cambrai hat überführen und unversehrt an den Ort Boke hat bringen lassen, eine neue Niederlassung des hl. Benedikt an der Lippe errichtet haben.
Die Vollendung dieses von mir mit tatkräftiger Hilfe des Bischofs Heinrich von Paderborn begonnenen Werkes haben dann die Grafen von Nytehe durch ihre schreckenerregenden Drohungen verhindert, weil sie beteuerten, daß sie nach dem Tode unserer Gemahlin Beatrix die rechten Erben jener Besitzungen seien.
Deshalb haben wir auf den Rat des genannten Bischofs den Abt und seine Brüder, die bei ihm waren, auf unser Gut namens Flechtdorf herübergeholt, wo wir dann unser Werk zu errichten begannen...”


Die Urkunde beschreibt nicht nur die Ereignisse der Klostergründung und seine Aufgabe, sondern weist zeitlich zurück, sie ermöglicht eine Datierung der Landolinustranslation nach Boke in die Zeit des Paderborner Bischofs Badurad (815-862).
Aus ihr geht auch das Engagement des Bischofs Heinrich Graf von Werl bei der Klostergründung hervor.

 


Benutzte Quellen: Josef Tönsmeyer: Das Lippeamt Boke, Hrsg.: Amtsverwaltung Salzkotten-Boke, Rheine 1968.
Bernhard Kößmeier: Festschrift zum 35. Kreisschützenfest im Altkreis Büren 5. bis 7. September 1992 in Boke,
Hrsg.: St. Landolinus-Schützenbruderschaft, Delbrück 1992


Nähere Informationen zur Boker Geschichte erhalten Sie von Ortsheimatpfleger Bernhard Kößmeier.
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