17.08.2017
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Boke unter Napoleon

“In napoleonischer Zeit ab 1807 hatte das alte Amt Boke den Status eines Cantons mit dem Namen "Municipalte de Ringboke". Gern nahmen die Boker Bauern die Vorteile der Französischen Revolution an, denn ihre persönliche Unfreiheit endete mit der Einführung des französischen Rechts.
In der Boker Pfarrkirche hat man daher 1812 verständlicherweise für den Sieg Napoleons vor Moskau gebetet. Der Cantonsbeamte Wiekenberg verband dagegen das gleiche Ereignis, die Niederlage Napoleons vor Moskau, mit der Hoffnung zur Befreiung von dem eisernen französischen Joch.
Letztendlich führten die teure Hofhaltung von Napoleons Bruder Jerome in Kassel und die Lasten der Befreiungskriege zur völligen Verarmung der Bevölkerung im Canton Boke.”
(Kößmeier, S.21-22)

Die ständig steigenden Abgaben, mit denen Napoleon seine vielen Kriegszüge finanzierte, hatten zu einem Stimmungsumschwung geführt. Die Boker Chronik berichtet, dass von den jungen Männern aus Boke, die im französischen Heer gegen Russland zogen, keiner wieder zurück kam.
Zu leiden hatte der Ort auch unter den Soldaten, die auf dem Rückzug waren.
Im Oktober 1813 floh ein 6000 Mann starkes Corps aus Westfalens Hauptstadt Kassel über Boke und konnte nur mit großer Mühe versorgt werden.
Siebzig russische Kosaken zu Pferde griffen die Franzosen in Mantinghausen an, töteten einige, ohne selbst einen Mann zu verlieren und machten einige Gefangene.
Einige Tage später trafen 2800 russische Infanteristen in Boke ein und stellten die Bevölkerung erneut vor fast unlösbare Versorgungsprobleme.
(Vgl.: Boker Chronik, Band 1, Hrsg.: Heimatverein Boke, Boke 1999, S. 15-17)


Benutzte Quellen: Josef Tönsmeyer: Das Lippeamt Boke, Hrsg.: Amtsverwaltung Salzkotten-Boke, Rheine 1968.
Bernhard Kößmeier: Festschrift zum 35. Kreisschützenfest im Altkreis Büren 5. bis 7. September 1992 in Boke,
Hrsg.: St. Landolinus-Schützenbruderschaft, Delbrück 1992


Nähere Informationen zur Boker Geschichte erhalten Sie von Ortsheimatpfleger Bernhard Kößmeier.
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