17.08.2017
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Die Lippe

Lippequelle in Bad Lippspringe
Die Lippequelle in Bad Lippspringe

Die Lippe entspringt am westlichen Südrand des Teutoburger Waldes in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) und fließt in westlicher Richtung bei Wesel in den Rhein.
Die Quelle der Lippe ist eine Karstquelle mit einer durchschnittlichen Schüttung von 740 l/s und gehört zu einer der stärksten Quellen Deutschlands.
Auf ihrem ca. 237 km langen Weg in den Rhein wird sie von mehreren Nebenflüssen gespeist.
Schon in Bad Lippspringe vereinigt sie sich mit dem Jordan, welcher einer weiteren Quelle in der Nähe der Lippequelle entspringt.

Bis zur ihrem Weg durch Boke wird die Lippe von der Thune, Beke, Pader und der Alme gespeist; am Lippeübergang auf Ringboke mündet die Gunne in die Lippe und weiter flussabwärts, an der westlichen Boker Ortsgrenze, fließt ihr die Heder zu.
Während die Thune nördlich der Lippe zu fließt, fließen die anderen Nebenflüsse oder Bäche südlich der Lippe zu.
Der Einzugsbereich dieser Gewässer liegt im Eggegebirge, auf der Paderborner Hochfläche und dem Haarstrang.

Vor der Regulierung des Flußverlaufs in den vergangenen Jahrhunderten neigte die Lippe durch den mäanderförmigen Verlauf  und das geringe Gefälle am Oberlauf des Flusses zur Verlagerung des Flußbetts.
Dabei wurde Material an den Prallhängen abgetragen und an den Gleithängen abgelagert; der Flusslauf wanderte seitwärts fort.
Durchbrüche an den Flussschleifen trugen dazu, bei die Strömungsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Erosion zu verstärken.

Auch die jährlichen Überschwemmungen der Lippe verstärkten die Erosion.
Die Schneeschmelze versorgte die Lippe über die Nebenflüsse am Flußoberlauf mit enormen Wassermengen, welches zu häufigen Überschwemmungen der Lippeniederung führte.

Blick auf das Lippedorf Boke in nödlicher Richtung
Blick auf das Lippedorf Boke in nödlicher Richtung im Jahr 2006.
Die Lippe durchfließt als slibernes Band die Lippeniederung.
(Foto zum Vergrößern anklicken)

Auch das Lippedorf Boke ist von diesen Überschwemmungen betroffen, denn die Lippe durchfließt den Ort von Ost nach West.
Von den zahlreichen Überschwemmungen und den Auswirkungen des Hochwassers kann man sich in den Berichten der Boker Chronik überzeugen.

Die Lippeniederung mit ihren häufigen Überschwemmungen bestimmte somit die Siedlungsgeschichte des Dorftes.
Die Siedlungsbereiche haben sich deshalb nördlich und südlcih dieses Überschwemmungsgebiets ausgeprägt.

Am Lippeübergang auf der südlichen Seite der Lippe bildete sich rund um die Boker Burg ein mit Wällen befestigtes Siedlungsgebiet mit dem Namen "Ringboke".
Durch die räumliche Begrenzung und das umgebende Überschwemmungsgebiet konnte sich die Besiedlung dort nicht weiter entwickeln.

Das Hauptsiedlungsgebiet des Dorfes entwickelte sich nördlich der Lippe.
Auf einer Anhöhe, welche das Überschwermmungsgebiet überragte, wurde am östlichen Ortsrand im 12. Jahrhundert die Boker Parrkirche St. Landolinus errichtet.
Dieses Siedlungsgebiet mit dem Namen "Kirchboke" blieb jedoch nur dünn besiedelt.
Der größte Teil der Einwohner siedelte sich nordwestlich hiervon an.
Die Siedlungsstruktur entsprach dabei einer Streusiedlung.
In den letzten Jahen wurden neue Baugebiete im Norden und Nord-Osten des Dorfes erschlossen, welches zu einem Anstieg der Bevölkerungszahlen geführt hat.
Im Westen des Dorfes siedelten sich in den 60. Jahren Gewerbebetriebe an; wobei die Anzahl der Betriebe bis heute gewachsen ist.

Lippehafen am Römerlager in Anreppen
Lippehafen am Römerlager in Anreppen
(Modell:Landschaftsverband Westfalen-Lippe)


In der Vergangenheit wurde die Lippe auch für den Transport von Fracht genutzt.

Die Geschichte der Lippeschifffahrt geht zurück bis in die Römerzeit.
Entlang der Lippe hatten die Römer Legionärslager errichtet, welche über Marschwege längs des Flusses erreicht werden konnten.
Der Lippe kam hierbei die Bedeutung als Nachschubweg zu.
Während die Legionärslager mit kleinen Schiffen über die Lippe mit Waren versorgt wurden; nutzten die Römer für die Verlegung der Truppen den Marschweg.
Im Jahr 1968 wurde flussaufwärts auf der südlichen Seite der Lippe im Boker Nachbarort Anreppen ein römisches Lager entdeckt, welches in den Jahren 4./5. n. Chr. Bestand hatte.
Man kann davon ausgehen, dass auch dieses Lager über die Lippe versorgt wurde.

In den Jahren 1823 bis 1860, wurde der Versuch unternommen, die Lippe schiffbar zu machen.
Es wurden Schleusen eingebaut und eine Begradiung des Flusses durchgeführt.
Überschwemmungen und Hochwasserkatastrophen führten jedoch zur Einstellung der Schiffahrt.

 

Lippesteg
Lippesteg über die Lippe mit eingegrünter Böschung

Heute kommt der Lippe, nach der Eingrünung mit Gehölzen, immer mehr eine Naherholungsfunktion zu.
Im Bereich Heitwinkel findet eine Renaturierung der Lippeaue statt; hierbei wird die Lippe wieder in ihren naturnahen Zustand versetzt.


Auch für die Kanusportler ist die Lippe ein ideales Gewässer.
Insbesondere setzt die Strecke von Sande nach Boke eine gewisse Erfahrung voraus.
Kanu-Touren können bei regionalen Anbietern gebucht werden.
Über einen Kanuanleger an der Lippe im Bereich hinter dem Boker Bürgerhaus können Kanus anlegen oder zu Wasser gelassen werden.

 

Weitere informationen über die Lippe und Infobroschüren gibt es auf der Website:
Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

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