25.09.2020
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Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren

Boker Chronik berichtet über die Ereignisse von damals

Am 8. Mai 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 75. Mal.
Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltrieg in Europa beendet.
Die Chronik des Lippedorfs Boke berichtet über die Ereignisse vor und nach diesem bedeutendem Datum.
Bereits Ende März 1945 war das Geschützfeuer der näher rückenden Front in Boke zu hören.
Schon zu dieser Zeit waren viele Evakuierte in Boke untergebracht.
Am 1. April, es war Ostersonntag, marschierten die amerikanischen Truppen unter Panzerbegleitung in das Lippedorf Boke ein. Eine deutsche Truppenabteilung, welche versuchte die Amerikaner aufzuhalten, wurde durch das amerikanische Feuer vertrieben. Bei dem Feuergefecht gab es Tote und Verwundete zu beklagen. Der Bürgermeister der Gemeinde Boke ging den amerikanischen Truppen mit einer weißen Fahne entgegen und übergab dem Kommandanten die Gemeinde.

Für das Lippedorf Boke endete damit ein Kapitel der Dorfgeschichte; jedoch ging der Weltkrieg noch bis zum 8. Mai 1945 weiter.
Für die Menschen begann eine ungewisse Zukunft.

Historische Darstellung der Kreuzung in Boke aus deim Jahr 1909

Das historische Foto (Postkarte aus dem Jahr 1909) zeigt die Kreuzung in Boke mit dem Blick von der Mantinghauser Straße in die Paradiesstraße. Das Haus des Anton Schniedermeier (Haus Förster), links am Abzweig nach Delbrück, wurde bei dem Einmarsch der amerikanischen Truppen durch einen Volltreffer beschädigt. Nach dem Feuergefecht drehten sich die amerikanischen Panzer beim Schwanenkrug nach rechts und rollten dann in Richtung Thüle-Scharmede weiter. Die Armsäule rechts im Bild weist den Weg.


Die folgenden Seiten geben einen Auszug aus der Boker Chronik (Chronik Boke II) für das Jahr 1945 wieder.
Bei der Übertragung der Originalschriften in die heutige Druckschrift wurde die Struktur der Chronik möglichst beibehalten. Eine Seite des handschriftlichen Originals entspricht somit auch einer Seite in der Übertragung. Auch die Interpunktion und die Orthographie des Originals wurde ohne Korrektur übernommen.


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1945

Januar.                                    Das Jahr 1945 sollte ein so schicksalschweres
werden, wie es Deutschland in seiner tausend=
jährigen Geschichte bislang noch nicht erlebt hatte.
Zwar war es den deutschen Truppen bei der sogenannten
Rundstedtoffensive im Westen gelungen, einen
Anfangserfolg zu erzielen und auch im Osten
war die Front stabiler geworden, aber jeder einsichtige
Mensch wußte schon lange, daß der Zusammenbruch
Deutschlands unvermeidlich war.142 Am 12 Januar begannen
die Russen im Osten die Winteroffensive. In schweren
Massenangriffen gelang es ihnen, in die deutschen
Ostprovinzen einzubrechen und eine Heeresgruppe
stieß sogar bis an die Oder vor. Das Elend der deutschen
Zivilbevölkerung im östlichen Kampfgebiete stieg ins
Unermeßliche. Mindestens 4 – 5 Millionen Menschen
befanden sich auf der Flucht zum Inneren des Reiches.
Auch in Kurland und Ungarn, sowie auch Ende Januar,
nachdem unsere Offensive im Westen ins stocken
geraten war, standen unsere Truppen dort in schweren
Abwehrkämpfen. In Italien war es dagegen etwas
ruhiger. Am 30 d. M., am Jahrestage der Machtübernahme,

__________________________

142 Nach einer Vier-Phasen-Einteilung der Abläufe des 2. Weltkrieges in Chronik d. Menschheit, S. 933, werden
die Ereignisse in einer vierten Phase folgendermaßen zusammengefaßt: „Mit der Landung alliierter Truppen in
der Normandie (D-Day, 6.6.1944) begann die letzte Phase des Zweiten Weltkrieges, an deren Ende die völlige
Niederwerfung Deutschlands und Japans stehen sollte (Italien hatte bereits nach dem Sturz Mussolinis im Juli
1943 die Fronten gewechselt). Das deutsche Reich war wirtschaftlich und militärisch am Ende, die allgemeine
Kapitulation der Rest-Wehrmacht am 7./8. Mai 1945 unausweichlich.“


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hielt Hitler einer seiner großen Reden, in welcher er ausführte:
„Großdeutschland wird auch diese schwere Krise meistern“!
Diese Rede sollte seine letzte sein. Die feindliche
Fliegertätigkeit war in diesem Monate wieder sehr rege. Am
17. wurde Paderborn angegriffen, wobei über 200 Menschen
getötet und viele Häuser zerstört wurden. Im Januar
herrschte ein ziemlich strenger Winter mit viel Schnee.
Februar.                                   Im Februar dauerten die heftigen Kämpfe um die sich
noch in deutscher Hand befindlichen Gebietsteile und Festungen
in den östlichen Provinzen wie Schlesien, Pommern,
Ostpreußen und Westpreußen an. Zwar schlugen sich
die deutschen Truppen immer noch tapfer, denn sie hatten
nach dem OKW. als die russische Offensive 4 Wochen
angedauert hatte, bereits 7966 Panzer 10 000 motorisierte
Fahrzeuge und 457 Flugzeuge abgeschossen, aber
trotzdem mußten sie vor den gewaltigen Massenansturm
immer zurück weichen und Gebietsteile preisgeben. In
diesem Monate begann auch an der mittleren Westfront
eine Offensive der Engländer und Amerikaner, wo sich
die deutschen Truppen ebenfalls allmählich zurück
ziehen mußten. Auch in Kurland und Ungarn fanden
im Februar wieder heftige Abwehrkämpfe statt.

                                                                                    Die


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Die Hauptstadt Ungarns, Pudapest, fiel um die
Mitte des Monats in die Hände der Russen. Die
feindliche Luftwaffe verstärkte ihre Luftangriffe im
                          mehr
 Februar immer |. Ihr Ziel waren besonders Fabricken, Bahn=
körper, namentlich Verschiebebahnhöfe, auch Züge und
sogar Autos auf den Straßen wurden mit Bordwaffen
zusammen geschossen. Aus diesem Grunde stockte der
Verkehr immer mehr und der Nachschub für die Fronten
und die Lebensmittelversorgung gestalteten sich im=
mer schwieriger. Am 9. d. M. mußte 1 feindl Flieger
auf dem Grundstück des Bauern Heinr. Leiwesmeier
Untereichen landen. Der Pilot wurde gefangen
genommen. Das Wetter war im Februar fast durchweg
recht milde.
März.                                        Anfangs März steigerten sich die Angriffe der westlichen
Allierten an der Westfront immer mehr. Am 6 d. M.
wurde Köln von ihnen erobert und unsere Truppen
mußten sich immer mehr auf das rechte Rheinufer
zurück ziehen. Immer stärker war das Geschützfeuer
von der immer näher rückenden Front hier zu hören.
Am 23 März gelang es den Amerikanern und
Engländern bei Remagen und bald auch an


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mehreren anderen Stellen den Rhein zu überschreiten. Nun
da das letzte natürliche Hindernis überwunden war, gab
es kein halten mehr. Schon Ende d. M. erschienen feindl.
Panzerspitzen im Raum von Münster und Paderborn.
Zu gleicher Zeit brachen auch die Russen in Östreich ein.
                                                                                       mehr
Die feindlichen Luftangriffe steigerten sich immer | bis zur
größten Heftigkeit. Am 22 und 27 März wurde Paderborn
wiederum angegriffen. Der letzte Angriff legte die ganze
Innenstadt in Schutt und Trümmer. Der Dom und fast
alle Kirchen wurden total beschädigt, tausende von
                                              oder verletzt
Menschen wurden getötet | und viele wertvolle Kultur=
denkmäler vernichtet. Der Schaden wurde später auf
61 Millionen RM. geschätzt. Die deutsche Luftwaffe war
mit der Zeit vollständig machtlos geworden, weil sie nur
noch wenige Flugzeuge und fast keinen Treibstoff mehr
besaß. Mit der Zeit geriet der Post= und Bahnverkehr
vollständig ins stocken. Infolgedessen wurden die Straßen
immer mehr von Flüchtlingen und fremden Kriegsge=
fangenen überfüllt. Da die Lebensmittelversorgung bald
vollständig stockte, so suchten sie durch betteln, viele
aber auch mit Raub und Plünderung ihr Leben zu
fristen. Viele übernachteten hier im Orte in Häusern

                                                                                      und


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und Scheunen. Auch wurden immer mehr Personen nach
Boke evakuiert. Am 30 März fand auch der Weihbischof
von Paderborn in der Boker Pastorat eine Zufluchtsstätte.
Auch wurde Ende des Monats in der hiesigen Schule ein
Lazarett eingerichtet, welches aber bald nach Salzkotten
verlegt wurde. Das Wetter war im März zufriedenstellend.
April.                                         Am 1 April, gerade am Ostersonntag erschienen amerika=
nische Panzerspitzen von Mantinghausen kommend an
der Boker Grenze. Eine schwache deutsche Truppenabteilung,
welche den Einmarsch aufhalten und sämtliche Brücken
in Boke sprengen sollte, wurde durch das amerikanische
Feuer bald vertrieben, worauf die Panzer dann die Eicher
Chaussee entlang rollten. Bürgermeister Leiwesmeier
ging ihnen mit der weißen Fahne entgegen und
übergab dem Kommandanten die Gemeinde. Bei
der Schießerei wurde eine Frau Rohrbach aus Gelsen=
kirchen, welche hier bei Joh. Wilmes evakuiert war,
getötet und 7 andere Personen verwundet. Von den
Verwundeten, starben bald noch 2 Personen, nähmlich
die Besitzerin des Schwanenkruges, Frau Anna
Pamme und 1 Soldat, welche beide Bauchschüsse erhal=
ten hatten. Alle anderen Vertetzungen waren leichter


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Natur, und 1 Sohn von Joh. Wilmes hatte einen Beinschuß erhalten.
Außerdem wurden durch Volltreffer beschädigt: die Wirtschaft
Schmidt Untereichen, das Stallgebäude des Bernh. Tönsmeier
Untereichen und das Wohnhaus des Anton Schniedermeier
beim Schwanenkrug. In der Stallung der Wirtschaft Schmidt
wurden durch Splitter 1 Kuh und 1 dem Gemeindediener Joh.
Falkenrich gehörendes Pferd getötet. Die amerikanischen
Panzer drehten sich beim Kruge nach rechts und rollten dann
Richtung Thüle-Scharmede weiter. Die hiesigen Einwohner
atmeten befreit auf, daß alles ohne viel Blutvergießen
und Zerstörung abgelaufen war. Am 2ten Ostertage war die
wegen des Krieges vorverlegte Kinderkomunion, woran
die Anrepper Kinder aber aus Furcht vor der Besatzung in
Boke nicht teilnahmen. Die Feier fand dann für Anreppen
an einem später festgesetzten Tage statt. An den beiden
Ostertagen wurden von fliehenden deutschen Soldaten eine
große Menge Fahrräder aus den Häusern und vom
Kirchplatz gestohlen. Am 3 April sah man wieder viele
Panzer von Delbrück kommen und nach Paderborn
und Salzkotten fahren und am 4ten rollten wieder
viele gegen Westen, wahrscheinlich um dort in noch
ausdauernde Kämpfe einzugreifen. Zwecks Versorgung

                                                                                               der


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der Evakuierten, (deren Zahl bis etwa 1200 angewachsen war),
mit dem nötigen Fleisch, wurden hier im Orte bis auf
weiteres Schlachtungen von Vieh vorgenommen. Es wurde
pro Kopf und Woche ½ Pf. Fleisch verabfolgt. Am 11 April
Ausräumung der Mädchenschule um Platz für 148 Mann
Besatzung zu schaffen; es kamen aber nur 22 und diese
veringerten sich vorübergehend auf 4. Später stieg die Zahl
wieder auf 17. Am 14 April rollten eine ungeheuere Zahl
amerik. Panzer, Geschütze, Maschienengewehre und andere
Fahrzeuge von Westen nach Osten über Boke. Überall im
ganzen Reiche, traten im Westen, Osten und Süden traten
die Allierten Streitkräfte zum Generalangriff gegen
das Herz Deutschlands an. Auch in Holland, Italien
Kurland und allerwärts wo deutsche Truppen kämpften,
wurde die Lage immer unhaltbarer. Am 19 April hielt
der Propaganda Minister Dr. Goebbels seine letzte
Rundfunkrede. Einige Tage später suchte der SS
Obergruppenführer und Chef der deutschen Polizei Heinrich
Himmler durch die Vermittlung des schwedischen Roten
Kreuzes mit dem Oberbefehlshaber der Westmächte
in Verbindung zu treten, um ihm die Kapitulation
anzubieten. Hieraus wurde aber nichts, weil die


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Westmächte auch eine gleichzeitige Kapitulation gegenüber
Rußland verlangten. Am 27 waren die Russen schon in einen
Stadtviertel von Berlin eingebrochen und amerikanische Panzer=
spitzen standen bereitz an der Elbe. Ende April brach der Wiederstand
in Italien und an der ganzen deutschen Südfront zusammen.
Etwa 1 Million deutscher Truppen streckten dort die Waffen.
Der Chef der italienischen Regierung Mousolini ein
Vorbild Hitlers, wurde gefangen[ge]nommen und erschossen.
Sodann wurden 17 seiner engsten Mitarbeiter von einem
Volksgericht zum Tode verurteilt. Am 30 April mußten sich
die männliche Bevölkerung von hier im Alter von 16 – 60
Jahren zweks Nachprüfung ihrer Papiere melden. Sämtliche
Waffen mußten abgliefert werden, auch wurde sofort
nach dem Einmarsch für die Nachtzeit ein Ausgehverbot
erlassen. Ende April mußte von jeden Selbstversorger
ein Zentn. Kartoffeln abgeliefert werden. Das Wetter war im
April sehr schön, jedoch für das Getreide viel zu warm, so daß
es zu dünn empor schoß und die Länge des Roggens
um diese Zeit über ½ m betrug.
Mai.                                           Anfangs Mai wurde der Tod Hitlers durch Selbstmord
gemeldet. Als Todestag wurde zuerst der 29. später
aber der 30. April angegeben. Auch der Reichsminister

                                                                                                  Dr.


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Dr. Goebbels schied bald darauf mit seiner Familie durch
Selbstmord aus dem Leben. Am 2 Mai fiel Berlin und
220 000 deutsche Soldaten wurden während der harten
Kämpfe in Berlin und den Vororten gefangen
genommen. Einen Tag später, am 3 d. M. wurde Hamburg
erobert und zu gleicher Zeit kapitulierten ½ Million
deutsche Soldaten. Anschließend legten alle deutschen
Streitkräfte in Deutschland, Holland, Dänemark, Norwegen
und Kurland auf Befehl des Großadmirals Dönitz, der
die Regierung übernommen hatte, die Waffen nieder.
Am 7 Mai nachts 241 Uhr wurde die bedingungslose
Kapitulation im Hauptquartier der Allierten Streit=
kräfte im Westen, General Eisenhover unterzeichnet
und am 9 d. M. Rativiziert. Und somit fand das
dritte Reich, das tausend Jahre bestehen sollte, schon nach
12 Jahren und 3 Monaten ein unrühmliches und schreckliches
Ende. Es ging unter in Schutt und Trümmer, in Blut
und Tränen. Kein Staat der Welt hat je so einen
Zusammenbruch erlebt wie Deutschland. Am 26 Mai wurde
das große Hauptquartier der Westmächte von Reims
nach Frankfurt a/Main verlegt. Im Mai fanden
viele Diebstähle und Plünderungen in der hiesigen


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Gegend statt; unter anderen auch bei Hüppmeier und
Rüenbrink im Eicher Bruch. Im ganzen Monat Mai gab
es wie im April keinen Post und Bahnverkehr und
keine Zeitungen, vielfach auch kein Licht. Es stockten alle
Renten= und Gehaltszahlungen, die Abhebungen von der
Kasse waren beschränkt und die Lebensmittelrationen
wurden gekürzt. Wegen der Unsicherheit brachte kein
Bäcker mehr Brot, sondern jede Familie mußte es sich
selber holen. In der Bittwoche konnten alle Prozessionen,
und alle späteren, wieder wie vor dem Kriege
stattfinden. Das Wetter war im Mai meistens
sehr naßkalt, zeitweise aber auch sehr warm. In diesem
Monate wurden alle Mitglieder der Regierung und
des Generalstabes, sowie alle führenden Mitglieder der
NSDAP. und deren Gliederungen interniert, das heißt
soweit sie sich nicht das Leben genommen hatten und
nicht geflohen waren. Sodann wurden auch alle
Beamten, wenigstens die höheren ihres Postens enthoben
und vielfach ebenfalls interniert. Die NSDAP wurde verboten.
Juni.                                         Anfangs Juni rückten die amerikanischen Soldaten
aus der hiesigen Gegend fort und an ihrer Stelle kamen
Engländer. Deutschland wurde in 4 Besatzungszonen

                                                                                         eingeteilt


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eingeteilt, welche die 4 Großmächte Amerika,
England, Ruhsland und Frankreich besetzt hielten.
Westfalen gehörte zu der Englischen Zone und der
Oberbefehlshaber der englischen Truppen war General
Montgomery. Boke blieb wieder ohne Besatzung,
nur auf Ridders Hof Untereichen, wo mehrere Male
Plünderungen und Mißhandlungen stattgefunden
hatten, wurde eine kurze Zeit mit einigen Soldaten
belegt. Überhaupt fanden wieder viele Diebstähle und
Plünderungen statt; unter anderen mehrmals in der
Mühle, dann bei Kämper Barbruch und Franz Griese
Heitwinkel. Letzteren wurden in der Nacht zum 24 Juni
5 Fahrräder gestohlen, wovon er jedoch 3 St. wieder
zurück erhielt. Die Täter waren meistens Ausländer
aus den Oststaaten. Ende d. M. mußten sich alle im
arbeitsfähigen Alter stehenden männlichen und weiblichen
Personen, zweks Angabe über ihre Beschäftigung melden.
Sodann mußten auch um diese Zeit die Selbstversorger
ihre Fleischvorräte anmelden. Zu einer großen Plage
wurden für die Dorfbewohner, die immer zahlreicher
erscheinenden Hamsterer. Die Zahl dieser Leute
welche die einzelnen Gehöfte besuchten, betrug oft an


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einem Tage 20 – 30 Mann, öfters noch mehr. In diesem Monate
wurde auch der Bahnverkehr wieder im Kleinen aufgenommen.
Auch der Autobus Lippstadt-Paderborn über Boke fuhr
wieder. Wegen des wüchsigen Wetters im Frühling begann
die Heuernte schon hier Mitte Juni und war am 1 Juli
fast beendet. Der Ertrag war sehr gut. In diesem Sommer
wurden hier die ersten Kartoffel-Käfer gefunden. Das
Wetter war im Juni das Wetter recht wüchsig und gut.
Juli.                                           Anfangs Juli wurde der Postverkehr im beschränkten Umfange
wieder aufgenommen. Die Zustellung der Postsachen erfolgte
wöchentlich zuerst 2mal, später 3mal. Auch gab es
wieder eine beschränkte Zahl Zeitungen, welche im Auftrag
und unter Kontrolle der Millitärbehörde heraus gegeben
wurden. Am 5 Juli erhielt Westfalen wieder einen Ober=
präsidenten in der Person des Dr. Amelunxen, welcher
von der Millitärregierung ernannt wurde. Bald folgte
auch die Bildung der Provinzialregierung. Die Neubestellung
bezw. Wiederbestätigung der Orts= und Amtsbürgermeister verzögerte
sich jedoch noch einige Zeit. Am 10 Juli wurde mit der Roggen=
ernte begonnen. Der Ertrag war sehr schlecht; denn der
Durchschnittsertrag betrug wegen der starken Verunkrautung
kaum 4 Zentn. pro Morgen. Weil die Landwirte zuerst

                                                                                                    aus


322

aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, so kehrten
in diesem Monat schon eine kleine Anzahl Soldaten
in die Heimat zurück. Im Juli fanden in der hiesigen
Umgebung wieder vielfach Plünderungen statt, oft wur=
den die Bewohner durch Drohungen mit der Schußwaffe
gezwungen Lebensmittel heraus zu geben. Eine große
Unsicherheit herrschte auch auf den Straßen, wo Radfahrer
oft ihrer Räder und Wertsachen, ja sogar oft der Kleider
bis aufs Unterzeug beraubt wurden. Mit der Zeit
besserte sich der Eisenbahnverkehr immer mehr und so
konnten die ausländischen Kriegsgefangenen und
Zwangsverschleppten allmählig in ihre Heimat zurück
geführt werden. Das Wetter war im Juli Anfangs
sehr abwechselnd, in der zweiten Hälfte war es sehr trocken
August.                                     Anfangs August mußten sämtliche Wohnhäuser auf
Befehl der Millitärregierung mit Meldezetteln
versehen sein, welche Namen, Alter und Stand der
Bewohner enthalten mußten. Am 2 August wurde
in Potsdam die Konferenz der drei Staatschefs
der Großmächte, Vereinigten Staaten, Rußland
und England, welche am 17 Juli begonnen hatte,
beendet. Auf dieser Konferenz wurden schwerwie=
                                                                               gende


323

Beschlüsse über das Schicksal Deutschlands gefaßt. Unter Anderen
völlige Abrüstung, Austilgung des Millitärismus, des National=
sozialismus und der Kriegsindustrie. Sodann sollen die
Nationalsozialistische[n] Führer und Kriegsverbrecher bestraft
werden. Aktive Nationalsozialisten sollen von verantwortungs=
vollen Stellen, öffentlichen Ämtern und Privatunternehmungen
entfernt werden. Ferner wurde beschlossen, die Wieder=
gutmachungsleistungen bis zur letzten Konsequenz
einzutreiben. Die Ausführungsbestimmungen sollen durch
durch einen Rat der Außenminister später beraten
werden. Am 5 Aug. wurde in Japan, welches immer
noch mit Amerika und England im Kriegszustande
                                               sich befand, die erste Atombombe abgeworfen. Dieselbe
Später wurde bekannt              hatte die Wirkung wie 20 000 Tonnen Sprengstoff und
gegeben, daß durch                 die große Stadt Hiroschima wurde durch sie vollständig
diese einzige Bombe                 zerstört. F Am 8 Aug. erklärte auch Rußland an Japan
80 000 Menschen                     den Krieg. Dieses Ereignis und auch das abwerfen
getötet und 216 000                  der zweiten Atombombe zwang Japan, welches bereits
verwundet seien.                      vollständig besiegt war, gegen Mitte d. M. ebenfalls
begingungslos zu kapitulieren. Anfang d. M. fand
die erste Sitzung des allierten Kontrollrates für
Deutschland statt, woran die Oberbefehlshaber der

                                                                         Besatzungszonen


324

Besatzungszonen in Deutschland, General Eisenhover
Amerika, Feldmarschall Montgomery Großbritannien,
Marschall Schukow Ruhsland und General König
Frankreich teilnahmen. Zweck der Sitzung waren
Besprechungen über die Abgrenzung der Zonen in
Berlin; denn diese Stadt war ebenso wie das
übrige Reich in 4 Zonen eingeteilt; sodann fanden
Besprechungen über die einheitliche Kontrolle in
ganz Deutschland statt. In einer anderen Sitzung Ende
August erließ der allierte Kontrollrat eine Prokla=
mation an das deutsche Volk, wor[i]n er bekannt gab,
daß die seit dem 5 Juni 1945 von den allierten Regie=
rungen ausgeübte oberste Regierungsgewalt nunmehr
dem allierten Kontrollrat in Berlin übertragen
sei. Im Aug. wurde das Umgangsverbot der engl.
Soldaten mit der deutschen Zivilbevölkerung in der
englischen Zone gelockert. Die Soldaten durften sich von
dieser Zeit an mit Deutschen unterhalten. Ende d. M.
traf die Nachricht ein, das Willi Neisemeier Unter=
eichen seit dem 10 März 1945 in Ostpreußen vermißt
sei und daß am 10 Mai 1945 Heinrich Kampmeier
Untereichen in Steiermark tödlich verunglückt


325

wäre. Das Wetter war im August Anfangs noch gut, dann
setzte aber eine längere und mächtige Regenperiode ein,
wodurch die Haferernte, welche gröstenteils in Richten143 noch
draußen stand, total verdarb. Auch die Lippe und Gunne
traten infolge des starken Regens aus.
September.                             Anfangs September wurde der Bauer Wilhelm Schulte
Untereichen zum k. Bürgermeister von Boke ernannt.
Zu Beginn d. M. wurden 40 Kohlenbarone aus dem
Rhurgebiet auf Befehl der Kontrollkommission ver=
haftet. Es wurde ihnen zur Last gelegt, ihre Macht dazu
mißbraucht zu haben, den Nationalsozialismus zu
finanzieren, um dadurch einen zweiten Weltkrieg
herauf zu beschwören. Ähnliche Verhaftungen fanden auch
schon früher in Baiern statt. In der ersten Hälfte d. M.
mußten die Anzahl und Flächenraum der Wohnungen,
sowie die Personenzahl angegeben werden. Das tragen
von Millitär-Uniformen wurde in diesem Monate
allen entlassenen Soldaten verboten. Auf Grund einer
Proklamation des Kontrollrates mußte alles Gold und
Silber in Münzen oder Barren abgeliefert werden.
Die Bildung von Parteien und Gewerkschaften
wurde wieder erlaubt. Um die Mitte d. M. traf

                                                                                 die

__________________________________________________

143 Vgl. Fußnote Nr. 33.

 


326

die Nachricht ein, daß Johannes Berhorst Eicher
Bruch am 7 Juli 1945 im Lazarett zu Tutlingen
                                                  begann
gestorben sei. Am 17 Sept. fand |vor dem Militärgericht
in Lüneburg der erste Kriegsverbrecher-Prozeß gegen
deutsche Kriegsverbrecher und zwar gegen den Komman=
dant des Konzentrationslager Belsen nebst 47
Wachposten, darunter mehrere Frauen, welcher längere
Zeit dauerte. Ihnen wurde von dem Anklagevertreter
zur Last gelegt, den Tod einer ungeheueren Zahl
Menschen, durch unmenschliche Grausamkeiten verschuldet
zu haben, welche mit Worten gar nicht zu schildern
seien. In diesem und anderen nachfolgenden Kriegs=
verbrecherprozessen, wurde bekannt gegeben, daß es
viele KZ Lager in Deutschland und fast in allen
von deutschen Truppen eroberten Staaten Europas gab,
worin viele Millionen Menschen, davon in
der Mehrzahl Juden ermordet seien, oder auf andere
Art, Krankheiten u.s.w. den Tod fanden. Hauptsächlig
seien folgende Metoden angewandt worden:
Vergasen, erschießen, aufhängen, erschlagen, erfrieren,
verhungern, durch Hunde tothetzen und durch
Vornahme von Experimenten an den Häftlichen.


327

Im September waren in der hiesigen Gegend hauptsächlich die
Obstdiebstähle an der Tagesordnung. Von den immer noch
sehr zahlreich erscheinenen Hamstere[r]n, wurde das unreife Obst
an den Straßen bereits ganz herunter gerissen, aber auch
den Obstgärten wurde manchmal ein Besuch abgestattet.
In diesem Jahre fand die Kartoffelnernte begünstigt von
gutem Wetter schon früh statt und war bis zum 1. Okt.
bereits beendet. Der Ertrag war als mittel anzusprechen.
Oktober.                                   Am 1 Oktober wurde der Schuluntericht im beschränkten
Umfange wieder aufgenommen, nachdem die Schulen
über ½ Jahr geschlossen waren, nur in der letzten
Zeit wurde wöchentlich 1mal Religionsuntericht erteilt.
Eine große Anzahl Lehrpersonen wurden auf Befehl
der Militärregierung nicht wieder in den Schuldienst
eingestellt, weil sie sich in der NSDAP führend
oder aktiv beteiligt hatten. Hier wurden die
Lehrerinen Schlüter, Pothast und Beihsler
wieder eingestellt, während Hauptlehrer Hönekop
zunächst noch auf zustimmenden Bescheid warten mußte.
Vom Landrat Dr. Ebbers in Büren wurde in diesem
Monate eine Verfügung erlassen, wodurch alle
Besitzer aufgefordert wurden eine 1 % Vermögensabgabe

                                                                                                    vom


328

vom Einheitswert zugunsten des Wiederaufbaues von
60 durch Kriegseinwirkung zerstörten Gebäude im Kreise
Büren auf der Sparkasse einzuzahlen. Alle diejenigen
Bewohner, welche kein Eigentum haben, sollen den
Mietsbetrag eines Monats für diesen Zweck zur
Verfügung stellen. Sodann wurden die hiesigen Einwohner
durch ein von der Kanzel verlesenes Bittgesuch gebeten
1 % ihrer landw. Erzeugnisse für die notleidenden
Bewohner von Herne abzugeben. Am 12. Okt. wurden
durch Gesetz des allierten Kontrollrates in Berlin
die Auflösung und Liquidierung aller, das sind im
Ganzen 62 Nazi-Organisationen verfügt. Ab 24 d. M.
'wurde der Postverkehr zwischen den einzelnen Besatzungs=
zonen in Deutschland wieder frei gegeben. Allmählich
trafen nun auch bald wieder Nachrichten von Soldaten
ein, über deren Schicksal die bangenden Angehörigen
noch bisher nichts erfahren hatten. Ende Okt. wurde
die Hackfruchternte durchgeführt. Der Ertrag war wegen
Mangel an Kunstdünger sehr schlecht. Auf feuchten
Grundstücken hatte auch die Regenperiode im August
mächtig geschadet. Das Wetter war im Oktober
gröstenteils gut, nur Ende d. M. mehr regnerisch.


329

November.                              Anfangs November mußten sämtliche Erzeuger die Ernteerträge
von allen Fruchtarten angeben. In den ersten Tagen d. M.
traf die Nachricht ein, daß Fritz Jürgensmeier Neue
Reihe im Februar 1945 in einem russischen Gefangen[en]=
lager gestorben sei. Am 16 Nov. wurden die Kruppwerke
von der Militärregierung übernommen. Im Kriegsver=
brecherprozeß in Lüneburg gegen den Komandanten
nebst 47 Wachposten des KZ Lagers Belsen wurde am
17.11 das Urteil verkündet. Elf Personen, darunter der
Komandant und 3 Frauen wurden zum Tode durch den
Strang verurteilt. Neu[n]zehn Urteile lauteten auf Zuchthaus=
strafen bis zu 15 Jahren. Die anderen 14 Angeklagten
wurden frei gesprochen. Am 20. begann vor einem inter=
nationalen Militärgerichtshof in Nürnberg der große
Kriegsverbrecherprozeß gegen die Mitglieder der deutschen
Regierung, des Geheimen Kabinetts und andere führende
Männer des Hitlerregimes, im Ganzen 22 Angeklagte.
Die ihnen zur Last gelegten Verbrechen sind so zahlreich,
so daß es nicht möglich ist sie an dieser Stelle aufzuführen.
Am 23 Nov. feierten die Eheleute Franz Wübbe und
Elisabeth geb. Jürgensmeier in guter Gesundheit
und Frische das seltene Fest der Goldenen Hochzeit.

                                                                                          Im


330

Im Nov. fand eine Karitas-Sammlung statt, welche
einen Betrag von 1662,- RM. erbrachte. Sodann
wurden noch 120,- Zent. Kartoffeln, Gemüse und Fett
für die Notleidende Bevölkerung der Stadt Herne und
über 100,- Zentn. Kartoffeln für ein Priesterseminar
in der Nähe von Köln gesammelt. Die Witterung
war in diesem Monate noch recht milde, so daß
das Rindvieh noch weiter auf die Weide gebracht
werden konnte.
Dezember.                               Am 3. Dezember fand eine allgemeine Viehzählung
statt. Es wurden gezählt: Pferde 201 St. Rindvieh 762 St.
Schweine 914 Hühner 1676 Gänse 488 und Enten
38 St. Eine Geflügel Abgabe für die Besatzung betrug
an Gänsen 193, Enten 15, und Puten 7 St. Im Laufe des
Herbstes wurden mehrere Spinnstoffsammlungen durch=
geführt, welche für ausländische Zwangsverschleppte
und deutsche Ostflüchtlinge dienen sollten. Es wurden
gesammelt im Ganzen: Wolldecken 391, fertige
Männer-Garnituren 30, für Frauen 22, Burschen 9 und
Säuglinge 2 St., Bettwäsche 217 Stücke. Für Männer:
Überzieher 18, Pulover 25, Hemden 52, Unterhosen 39,
Schuhe 37, Paar, Jacken 26, Hosen 40, Unterjacken 39,


331

und Socken 106 Paar. Für Frauen: Mäntel 8, Kleider 13,
Pullover 12, Unterröcke 8, Unterjacken 8, Beinkleider 9, Strümpfe
25 Paar, Schuhe 10 Paar und Strumpfhalter 35 St. Für Kinder:
Mäntel 8, Jacken 4; Pullover 5, Hosen 4, Kleider 4, Unterjacken 16,
Unterhosen 16, Strümpfe 16 Paar, Schuhe 11 Paar und 40
Teile Säuglingswäsche. Eine Karitas-Sammlung
am 16 Dez. erbrachte den Betrag von 1642,90 RM.
Ein Paketsammlung für Kriegsgefangene in Eselheide
zum Weihnachtsfest, belief sich auf 126 Pakete. Da es für
den Winter überhaupt keine Kohlen gab, so mußten die
Haushaltungen mit Brennholz versorgt werden, da
Boke zu den Holzarmen Gemeinden gehört und daher
in den eigenen Beständen nicht viel Holz schlagen konnte,
so erhielt es aus den oberen Waldungen des Kreises
eine menge Holz zum Selbsthieb zugewiesen, das dann
an die Haushaltungen verteilt wurde. Da der Bauer
Wilh. Schulte den Posten als Bürgermeister wegen
Zeitmangel ablehnte, so wurde der Bauer Bernhard
Jostmeier Heitwinkel hierzu ernannt und um die Mitte
dieses Monats eingeführt. Auch erhielt Boke wieder
eine Gemeindevertretung. Hierzu wurden ernannt:
Bernhard Böhle, Wilh. Wilper, Franz Pottmeier, Herm.

                                                                                    Wolke


332

Wolke sämtlich aus Untereichen, Heinr. Ottensmeier
Eicher Bruch, Bernh. Remmert Kirchboke, Andr. Groepper
und Bernh. Brockmann Ringboke, sodann Fritz
Burs, Konr. Schniedermeier und Mart. Plahs sämtl.
aus Heitwinkel. Zu Beigeordneten wurden ernannt:
Wilh. Schulte Untereichen und Mart. Beine Heitwinkel,
zu Amtsvertretern Herm. Wolke Untereichen und
Bernh. Remmert Kirchboke, zum Kreistagsab=
geordneten Bernh. Böhle Untereichen. Die
Gemeindevertretung wurde am 21 Dez. feierlich in
ihr Amt eingeführt. Bis zum Jahresschluß waren die
meisten Boker Soldaten aus der Gefangenschaft zurück
gekehrt, etwa der 4te Teil schmachtete aber noch hinter
Stacheldraht so in Frankreich, Belgien, England, die
meisten jedoch noch in Rußland. Viele Angehörigen waren
immer noch ohne Nachricht von ihnen und daher über
ihr Schicksal noch im Unklaren. Die Zahl der Evakuierten,
welche im Mai 1945. 1190 betrug, war zum größten
Teile wieder in ihre Heimat zurück gekehrt, so daß am
Jahresschluß noch 405 Personen in Boke weilten.
In den zerstörten Städten wohnten die armen Menschen
meist dicht zusammen gepfercht in Ruinen, Kellern


333

und alle möglichen Notwohnungen. Es herrschten Hunger,
Elend und Not. Um die Bewohner der Städte vor Seuchen
und dem Hungertode zu bewahren, wurde auf Veranlas=
sung der Militärregierung Getreide eingeführt. Bei den
unteren Schichten machte sich auch allmählich eine Geldknappheit
bemerkbar, denn viele Zahlungen wie Kinderbeihilfen, Ehe=
standsdarlehen und auch die Meisten Militärrenten
wurden eingestellt, dabei wurden aber die Steuern
erhöht. Die Grundsteuer wurde rückwirkend vom 1.4.1945
von 125 % auf 180 % und die Gewerbesteuer vom 1.3.1945
Das Wetter war                        ab von 120 % auf 250 % erhöht. Im Dez. wurden auf
Anfangs Dez. noch                   dem hiesigen Friedhof 2 Tote ausgegraben und zwar am
recht milde, dann                      18.12. Karl Mattenklotz aus Duisburg, er wurde nach
folgte mehrere Tage                  seiner Heimatstadt überführt. Sodann Emil Langenscheid
starker Frost. Am 28                 aus Paderborn, am 27.12.1945, überführt nach Lüdenscheid.
herrschte ein starker                Das Liefersoll an landw. Produckten für unsere Gemeinde
Sturm. In der Ge=                      wurde wegen der Mißernte des Jahres und wegen anderer Zeit=
meinde Boke waren                  umstände ermäßigt. Es betrug an Brotgetreide an Roggen
im Jahre 1945                           4,- Zent. Hafer 1,60 und Kartoffeln 40,- Zent pro Morgen.
15 Geburten                              Heu und Stroh brauchte nur sehr wenig geliefert werden.
8 Eheschließungen
und 13 Sterbefälle
zu verzeichnen.                                                                                        
Boke, den 15 Januar 1946.
Der Bürgermeister,     der Chronikführer,    die Gemeinderäte
Jostmeier.                     Köhnhorn.                  Plahs   Burs.
                                                                             Wolke    Wilper


Quellnachweis:
Die Boker Chronik wurde im Jahr 1999 vom Heimatverein Boke e. V. herausgegeben.
Das 800 seitige Werk besteht aus zwei Bänden in einem Buch und umfaßt die Jahre von 1800 bis 1956.
Weitere Informationen zur Boker Chronik und weitere Auszüge der Chronik finden sich unter dem Link: Boker Chronik


23.04.2020   Text: Josef Schäfermeyer

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